Ein Jahr AutoFrei

Ich habe mich 2013 für ein sehr waghalsiges Experiment entschieden. 
Trotz 6 jähriger Zwillinge, einem Arbeitsweg von teilweise 200 km und einem Auto was ich mag verzichte ich komplett auf eigene motorisierte Fahrzeuge und werde alle Wege des Lebens mit meiner Familie per Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurücklegen. 

Ein Jahr autofrei und Spaß dabei, das ist bis jetzt meine Devise. 

Den Anfang bei Schnee und Regen hatte ich mir etwas schöner vorgestellt, aber schnell hab ich mich an meine Regenjacke gewöhnt, als teilweise ab März die Sonne lachte war alles vergessen. 


Mit dem Lastenrad, einer tollen Erfindung, in meinem Fall mit zwei Rädern vorne und einem hinten, bringe ich meine Kinder jeden Tag früh morgens zur Schule. Es macht mich unheimlich glücklich die Luft in der Großstadt einzuatmen und zu wissen das sie durch mich und meine Familie weniger verunreinigt wird. Wie amüsiere ich mich täglich über die Väter und Mütter die für den Schulweg der Kinder das Auto benutzen. Im Stau stehen, Abgase ausstoßen und am morgen nichts für Ihre Lunge, ihr Leben und für die Umwelt tun. Eigentlich traurig denn der Weg zum Fahrrad ist doch so einfach. 
Dann stehen die gestressten Eltern mit ihrem Auto vorm Schuleingang auf der Straße und die Kinder müssen schnell aussteigen weil hinter ihnen schon der nächste hupt. Kein Verabschieden, kein Abschiedskuss oder hinterher schauen bis die Kinder über den Schulhof den Eingang erreicht haben. Ja ich bin glücklicher und liebe es auf mein Auto zu verzichten den Kindern genüsslich zu sagen viel Spaß im Unterricht und zu warten bis sie den Eingang in die Schule erreicht haben. 
Es ist einfach toll für mich danach kurz beim Bäcker zu halten und mit frischen Brötchen per Lastenrad zur Arbeit zu fahren. 

Zwei bis dreimal in der Woche ist mein Arbeitsplatz in Bremen, also 120 km von Hannover entfernt. Hier nutze ich das Fahrrad um zur Bahn zu fahren und mit Niedersachsenticket und Fahrradkarte für 27 Euro ganz relaxed die Strecke zu geniessen. Ich liebe es das Fahrradabteil der Bahn mit vielen anderen Fahrradfahrern zu teilen. Geschichten zu hören wo man hin fährt oder was man erlebt hat. Heute stiegen zwei Mütter mit ihren Fahrradanhängern ins Abteil ein, da fragt die eine die andere Mutter ob sie mit ihrem Anhänger zufrieden ist. Ich musste mich über diese Frage bereits im Vorfeld etwas amüsieren. die Fragende hatte einen Croozer für ca. 300 Euro und fragt jetzt die Besitzerin eines Chariot CTS ob sie zufrieden ist. Einen Anhänger der gefedert ist und das dreifache kostet. Dann erzählte sie, das sie in Stiftung Warentest gelesen hat das sich im Material vom Croozer sehr viele giftige Weichmacher befinden. Sie sagte " Ich habe ihn letzte Woche erst einmal mit Gartenschlauch und Bürste richtig sauber gemacht, damit diese Weichmacher verschwinden. Ich möchte ja nicht das meinen Kindern was passiert". Eine schöne Geschichte, wenn es mal immer so einfach wäre Weichmacher und Gesundheitsschädliche Stoffe zu vernichten. Einfach den Gartenschlauch drauf halten und alles ist gut. 

 In den letzten 14 Tagen habe ich mit dem Rad ca. 250 KM zurück gelegt und das obwohl ich ja nur die Kinder zur Schule fahre und fast täglich zum Bahnhof, um dann mit Bahn und Fahrrad zur Arbeitsstelle zu kommen. 

Wenn ich von 200 km täglich ausgehe komm ich auf folgende Rechnung. 2000 KM mit dem Zug kosten mit meiner Monatskarte ca. 140 Euro 
2000 Km mit meinem Auto kosten bei 10 Liter Verbrauch auf 100 km 10 Liter = ca. 17 Euro x 20 = ca. 340 Euro 

Jetzt zähle ich die 250 km noch dazu die ich mit dem Fahrrad gefahren bin, das sind noch einmal 42 Euro. 
Wenn ich die Wege mit dem Auto zurücklege, sind es ca 380 Euro in 2 Wochen ohne Verschleiß und Versicherungskosten.
Mit meinem Bahnticket habe ich für 2 Wochen 140 Euro bezahlt. 380 Euro - 140 Euro das ist eine Ersparnis von 260 Euro und das ohne Stress und ohne Abgase. 

Warum fahren trotzdem so viele Personen alleine mit dem Auto und nutzen nicht Fahrrad, Bus und Bahn. Ist es eine Art Bequemlichkeit oder haben heute alle Angst auf andere Menschen zu treffen und mit ihnen zu reden. Ich fahre jetzt seit 6 Monaten sehr viel mit der Bahn und finde es viel interessanter als hinterm Steuer eines Auto zu sitzen und mich zu langweilen.

Wie viele Tage müsste ich weniger arbeiten wenn ich das neue Auto nicht abzahlen müsste und das Geld für Vericherung und Verschleisskosten spare. Wieviel Zeit hätte ich mehr für meine Familie und für Freunde naja wie viel Zeit hätte ich mehr für mich in meinem einzigen Leben welches viel zu kurz ist. Das ist die Frage die sich jeder Autofahrer einmal stellen sollte.

Ich weis eins, ich werde garantiert weiter machen auch wenn das mir selbst auferlegte  Jahr vorbei ist werde ich meine neu gewonnene Zeit geniessen und damit ein bisschen mehr Lebensqualität haben.   

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